frühe brettstapelbauten in nagold
Dafür blieb aber an diesem Haus die ungewöhnliche Bauweise bis heute von aussen erkennbar, und in der Folge erschien diese, damals zumindest einem weiteren Bauherrn so attraktiv, daß Ende der vierziger Jahre am alten Wasen in Nagold noch ein drittes Haus nach diesem Prinzip errichtet wurde.
Aber im Gegensatz zur Werkstatt wurden natürlich auch hier wieder die Brettstapelwände aussen und innen verschalt.
Im Jahr 1954 verstarb Heinrich Schühle senior. Sein Sohn Heinrich Schühle junior, der nach der Heimkehr des Vaters noch im väterlichen Betrieb die Lehre beendet hatte, führte von nun an die Schreinerei im Meisterweg weiter.
Allerdings sind weitere Häuser in dieser Form der Brettstapelbauweise, vor allem durch die schnell steigenden Lohnkosten, die diese arbeitsintensive Bauweise mit der damaligen Technologie nicht mehr konkurrenzfähig sein ließen, später in Nagold keine mehr entstanden.
Gerade in jüngster Zeit jedoch, sind neue Varianten der Brettstapelbauweise im modernen Holzbau in Deutschland wieder im Einsatz.
Den Lohnkostenanteil versucht man dabei durch eine möglichst weitgehende maschinelle Vorfertigung in der Halle niedrig zu halten. Die stehenden Brettstapel werden dabei als Wand, und liegende Brettstapel als Deckenaufbau mit hohem Eigengewicht verwendet. Hierdurch gelingt es neuerdings auch im Holzbau die guten Schalldämmwerte des Massivbaus zu erreichen, dabei aber gleichzeitig die Vorteile der hohen CO2-Bindung des Holzbaus zu haben.
Die meisten dieser Systeme des sogenannten "Neuen Holzbaus" mit der Verwendung der kleinen Querschnitte im Holzrahmenbau oder Brettstapelbauweisen kamen erst Ende der siebziger, Anfang der achtziger Jahre aus den USA und Kanada zu uns.
Heinrich Schühle hat, so gesehen, in Zeiten des Mangels, bei uns in Nagold richtige Pionierarbeit geleistet.
Wer Interesse hat kann die Zeit jetzt noch nutzen, und sich, die, an einer Seite schon etwas baufällige Werkstatt im Meisterweg 11 noch anschauen.
Denn schon bald wird sie, wie einige benachbarte Gebäude an der Waldach auch, der kommenden Neubebauung des gesamten Gambrinusareals weichen.

ansicht der werkstatt von meisterweg

aussenwandoberfläche